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Anti-Linkmanagement, Konkurrenz wählt neue Strategie

Mitteilungsartikel, Tribal IM, März 2007

Nehmen wir Folgendes an: Sie sind ein Webmaster, der im Bereich der Suchmaschinenoptimierung bereits alles Machbare getan hat. Ihre Titelseiten umfassen die richten Keywords, Sie verwenden für die Navigation weder Scripts noch Flash, Sie haben Unmengen eingehende Links und einen hervorragenden PageRank. Dennoch erscheint Ihre Seite nicht unter den ersten 3 Suchergebnissen bei Google. Was tun Sie dann?

Ein oder mehrere SEO-Cowboys sind mittlerweile davon überzeugt, dass Sie die Marktlücke entdeckt haben. Wenn man nichts mehr tun kann, um das Ergebnis seiner eigenen Website zu verbessern, dann sorgt man einfach dafür, dass die Seiten der Konkurrenz schlechter abschneiden!

Lagebeschreibung

In der vergangenen Woche war eine unserer Websites (BabyNamesWorld.com), ein Projekt von Tribal Internet Projects, das Opfer eines solchen Versuchs. Am Montag kamen die ersten Mails von Webmastern rein, die auf ihren Seiten mit einem Link auf BabyNamesWorld.com verweisen. Es stellte sich heraus, dass sie die folgende E-Mail empfangen hatten, die in erster Instanz von info@babynamesworld.com zu sein schien, deren Reply-to-Adresse sich allerdings als babynames@cw.tj herausstellte:

I urgently request you to REMOVE a link to http://babynamesworld.com/ from your page <the website> IMMEDIATELY, because I'm getting a lot of spam traffic and a lot of scammers visiting my site using a link from your site! Otherwise I will write an ABUSE MESSAGE to your Internet Service Provider and your hosting company and will complain that your site gives a harmful traffic to my site!

Best regards
BabyNamesWorld Administration

Das ist natürlich Unsinn, aber hey, wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Internetnutzer noch immer unbekümmert Virusmails unbekannter Absender mit unseriösen Attachments öffnet, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ein erschrockener Webmaster den Link zur Sicherheit einfach löscht.

Ein schöner Plan also, um einer Website mit einem guten Ranking eine beachtliche Anzahl eingehender Links abzuluchsen: Herausfinden, wer einen Link zu der Seite hat, diesem eine Drohmail schicken und abwarten. Ach ja, wenn der Link nicht schnell genug gelöscht wird, dann schicken Sie noch die folgende Mail hinterher:

Hi <name of webmaster>. I again request you to remove my link from your page!!! I'll send you a bit later all information about this traffic, including IPs and referral, when i receive a full reporm from my network administrator.

Nach kurzer Nachforschung unsererseits stellte sich heraus, dass der betreffende Scammer einen E-Mail-Account in Tadschikistan (wo?) angelegt hat. Dort kann jeder einen Domänennamen registrieren und werden keine WHOIS-Informationen erteilt. Der Domänenname cw.tj gehört CompuWorld Tadschikistan (einem der 6 Registrierer in Tadschikistan) und auf der Seite steht ein Forum, auf dem sich jeder (mit Grundkenntnissen Russisch) für einen kleinen Betrag pro Jahr einen Account anlegen kann.
Wir könnten diese Adresse entfernen lassen, doch der Scammer kann sich dann genau so einfach wieder eine neue Adresse zulegen und seine Praktiken gegen jede beliebige Website fortsetzen.

Lösung

Wir haben inzwischen allen Webmastern eine E-Mail geschickt, um ihnen zuzusichern, dass die zuvor erhaltenen E-Mails nicht ernst zu nehmen sind, und eine große Anzahl entfernter Links wurde zum Glück wieder zurückgesetzt. Trotz allem bleibt es eine ärgerliche Angelegenheit.

Vorgehensweise zur Problembekämpfung

Es kommt natürlich die Frage auf, ob gegen diese Art des Anti-Linkmanagementaktionen etwas unternommen werden kann. Im Bereich des Internetrechts gibt es noch nicht viel Rechtsprechung und bei internationalen Fällen ist es erst recht nicht sicher, ob es sich hiergegen mit Erfolg vor Gericht ziehen lässt. Über die Bekämpfung unerwünschter Links haben verschiedene Gerichtsverfahren stattgefunden, doch über den Angriff gewünschter Links durch Dritte ist nicht zu finden. Es scheint jedoch auf der Hand zu liegen, dass es in jedem Fall strafbar ist, sich bewusst für eine andere Person auszugeben und dieser Person hierdurch Gewinneinbußen zu verursachen. Vielleicht kann die Sender ID technology von Microsoft dies in Zukunft unterbinden.

Lasst uns auf jeden Fall gemeinsam hoffen, dass diese Art von Aktionen ein einmaliger Zwischenfall bleibt. Wenn black-hat SEO-Unternehmen diese Technik strukturell einsetzen, wird es auch für „anständige“ Organisationen schwieriger, auf relevanten Seiten einen Link zu haben. Dies widerspricht der gesamten demokratischen Art des Internets, bei der bessere Websites auch mehr und bessere Links bekommen!

Quelle: Lenny de Rooy, Experte Suchmaschinenoptimierung bei Tribal

Über Tribal

Tribal Internet Marketing ist eine Full-Service Internetagentur, spezialisiert auf Suchmaschinenmarketing. Es gehört zu den führenden Suchmaschinen-Marketingunternehmen in den Niederlanden. Tribal Internet Marketing bietet strategische Dienstleistungen für eine Reihe von Unternehmen, die Suchmaschinenmarketing bereits seit Jahren in Ihrem (Online) Marketingmix haben. Tribal wurde 1999 gegründet und hat seither ein starkes Wachstum zu verzeichnen. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 75 Angestellte und hat eine Reihe großer Kunden, darunter Philips und Océ, die möchten, dass ihre Websites einfacher zu finden sind und sowohl national als auch international.
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